Pressemitteilung

Betheler Berufskolleg wird "Schule der Vielfalt"

Bielefeld-Bethel. Das Friedrich v. Bodelschwingh Berufskolleg Bethel ist jetzt eine „Schule der Vielfalt“. Es gehört damit zu einem bundesweiten Antidiskriminierungsnetzwerk, das sich für eine größere Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Personen (kurz: LSBTI* oder Queer) einsetzt. Kooperationspartner ist das Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW. Bei der Auftaktveranstaltung am vergangenen Montag im Assapheum in Bielefeld-Bethel wurde offiziell die Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet und so die Aufnahme in das Landesprogramm besiegelt. Rund 500 Gäste feierten gemeinsam, darunter der Sozialdezernent der Stadt Bielefeld, Ingo Nürnberger, die Bezirksbürgermeisterin von Gadderbaum, Hannelore Pfaff, und der Geschäftsführer des Betheler Stiftungsbereichs Schulen, Pastor Michael Krause. Die Schulgemeinschaft hatte ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Poetry Slam-Beiträgen und Grußworten organisiert.

„Vielfalt ist eine Stärke“, betonte Khonghit Arlt, Sprecherin der Schülervertretung des Betheler Berufskollegs. Vielfalt stehe für Reichhaltigkeit und Reichtum. Es sei ein wertvolles Gut, denn gerade Unterschiede machten eine Schule zu einem Ort des Wachstums. Sie rief dazu auf, einander zuzuhören und voneinander zu lernen. Damit erweitere man nicht nur den eigenen Horizont, sondern stärke ebenso Innovationskraft und Kreativität. Ergänzt wurde ihr Plädoyer von Videobotschaften weiterer Schülerinnen und Schüler, die sich für Nächstenliebe, Offenheit, Respekt und Akzeptanz aussprachen.

Der Anteil an queeren Menschen liege in Deutschland laut einer Studie zur Selbstidentifizierung als LSBTI* bei 7,4 Prozent, informierte Nicolai Domscheit, Bezirkskoordinator für „Schule der Vielfalt“ im Regierungsbezirk Detmold. Das entspreche etwa 5.944.000 Menschen. Demnach seien in jeder Klasse durchschnittlich ein bis zwei queere Schülerinnen und Schüler. Das Programm „Schule der Vielfalt“ verfolgt den Ansatz einer „Queer-Straight-Alliance“, und meint, dass sich auch nicht-queere Personen für LSBTI*-Rechte einsetzen und gegen Diskriminierungen einschreiten.

Gerade Schulen seien häufig homo- und transfeindliche Orte. Junge Lesben, Schwule und Bisexuelle würden hier negative Erfahrungen machen, weiß Nicolai Domscheit. Umso wichtiger sei es, die Schulgemeinschaft zu Zivilcourage zu ermutigen und als „offene“ Schule sichtbar zu sein, die gleichgeschlechtliche Lebensweisen und trans- sowie intersexuelle Menschen akzeptiert. Die Teilnahme an Aktionstagen gegen Homo- und Transphobie sowie Fortbildungen von Lehrkräften zu sexueller und geschlechtlicher Diversität seien nur zwei Beispiele für zukünftige Handlungsoptionen der frisch ernannten „Schule der Vielfalt“ in Bielefeld-Bethel.

Das Friedrich v. Bodelschwingh Berufskolleg ist die neunte Schule im Regierungsbezirk Detmold und die vierte Schule in Bielefeld, die in das bundesweite Antidiskriminierungsnetzwerk eintritt. Ingo Nürnberger hob hervor, dass mit der Aufnahme in das Landesprogramm nicht nur ein großartiger Schritt vollzogen sei, sondern auch ein hoher Anspruch einhergehe. Aber es lohne sich, denn „Vielfalt macht unsere Stadt und eure Schule bunt und lebendig.“

 

Bildunterzeile:

  • Die Schulgemeinschaft des Friedrich v. Bodelschwingh Berufskollegs freute sich gemeinsam mit Sozialdezernent Ingo Nürnberger (2.v.r.) und Bezirksbürgermeisterin Hannelore Pfaff (5.v.r.) über die Aufnahme in das Landeprogramm „Schule der Vielfalt“. Foto: Christian Weische